Fehler machen, ist kein Versagen

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Fehler machen, ist kein Versagen

Wir alle machen Fehler, täglich, und in viel weniger krisenhaften Zeiten. Aber es ist ein fatales Versagen, Fehler zu verleugnen. Genauso wie wir das in der ZiB 2 mitverfolgen konnten, als Armin Wolf den Tiroler Gesundheitslandesrat Bernhard Tilg zum Krisenmanagement in Tirol befragte und der gezählte elf Mal wiederholte, dass die Behörden in Tirol alles richtig gemacht hätten.

 

Unter Druck

Wer Fehler nicht sehen will, sie leugnet, vertuscht oder verharmlost, weil er glaubt, sein Gesicht zu verlieren, der verliert das Vertrauen, zu Recht, denn er wird dieselben Fehler wieder machen. Vertrauen kann nur entstehen, wenn wir ehrlich sind und den Mut haben, Fehler zuzugeben. Das gilt für uns alle, ob beruflich oder privat.

Noch fataler wird es, wenn Politiker von einer Lobby unter Druck gesetzt werden und Entscheidungen treffen, hinter denen sie selbst nicht stehen, sie aber in der Öffentlichkeit verteidigen müssen. Das führt unweigerlich in einen Strudel von Ausweich- und Ablenkungsmanövern, Lügen und Verharmlosungen. Auch das gilt für uns alle.

 

 

Kritik und Konsequenzen

Krisenmanager und Führungskräfte zeichnen sich dadurch aus, dass sie Kritik einfordern, annehmen und sofort (!) analysieren, ob sie zutrifft oder nicht, und dass sie sofort die Konsequenzen daraus ziehen. Sonst setzt sich der Fehler fort, wie wir das in diesen Tagen miterleben können. Die Quarantäne kam zu spät in Ischgl, im gesamten Skigebiet am Arlberg und in Sölden.

Diejenigen, die einen Fehler machen und daraus lernen, sind weder Versager noch eine Gefahr. Eine Gefahr sind diejenigen, die Fehler machen, sie abstreiten und sie wiederholen. Wer als Führungsperson keine Fehler zugeben kann, ist fehl am Platz. Vor allem in Krisenzeiten.

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